Marc Bourgeois
Marc Bourgeois
Windelnwechsler, Lehrlingströster, Milizpolitiker.
Ein Mensch wie Sie und Du.

Billige Traumwohnungen für Auserwählte?

Veröffentlicht am 17.01.2010 von Marc Bourgeois | 0 Kommentar(e)

 „Wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt.“ Natürlich kann dieser Spruch in einer sozialen Marktwirtschaft nicht unbesehen angewendet werden, doch einen wahren Kern birgt er.

Die Linke versucht hingegen unablässig, unseren Staat mit einem undurchsichtigen Subventionsgeflecht zu überziehen. Bis jeder jeden subventioniert.

Jüngstes Beispiel: der Wohnungsmarkt.

Ich selber zähle zu den „Opfern“ der sogenannten Yuppisierung des Seefeldes. Nach vielen Jahren in diesem schönen Quartier liess sich keine preiswerte Wohnung mehr finden, weshalb ich in den – auch schönen – Kreis 7 „ausweichen“ musste. Als Betroffener bin ich deshalb umso fassungsloser ob den populistischen Rezepten der Linken.

Diese möchte in der Stadt Zürich jede dritte Wohnung dem Markt entziehen und in irgendeiner Form – oft gut versteckt –  künstlich verbilligen. Was manchen Mieter zunächst erfreuen mag, ist letztlich hochgradig unsozial. Denn irgendjemand muss diese Rechnung bezahlen. Das Resultat wäre unweigerlich ein dualer Wohnungsmarkt: Auf der einen Seite eine weitgehend zufällig ausgewählte, exklusive Gruppe von Bürgern, die – ohne zwingend bedürftig zu sein – subventionierte Wohnungen belegen dürfte. Und auf der anderen Seite die restliche Bevölkerung, die in dem dadurch künstlich verengten privaten Wohnungsmarkt noch höhere Mieten bezahlen müsste – und nebenbei mit ihrer Steuerrechnung auch gleich für die erste Gruppe mitbezahlen dürfte. Oder kurz: Die allein erziehende Mutter mit zwei Kindern in Schwamendingen finanziert die Wohnung des intellektuellen Sozialisten im Seefeld mit.

Die Lösung ist offensichtlich: wenn das Angebot zu klein und die Preise zu hoch sind, muss das Angebot ausgeweitet werden. Wir müssen den Bau von Wohnungen zulassen und erleichtern. Doch genauso lauthals, wie die Linke mit mangelndem bezahlbarem Wohnraum hausiert, so konsequent verhindert sie im Gemeinderat seit Jahren systematisch Bauprojekte. Vor einigen Jahren zonte eine bekannte SP-Stadträtin erhebliche Gebiete aus und um – auch im Seefeld. Das Resultat sehen wir heute.

Auch das Argument der Durchmischung sticht nicht. Die Steuerdaten zeigen, dass im Seefeld viele Menschen wohnen, die kaum Steuern bezahlen. Den besten Garant für ein durchmischtes Quartier bieten ohnehin lokal verankerte, private Hausbesitzer. Wenn Immobilienbesitz aber unattraktiv wird, ist der Anreiz gross, Liegenschaften an Investoren zu verkaufen, die sich wenig um diese Durchmischung kümmern.

Schleierhaft bleibt auch, wie die Linke unverhohlen minimale Renditen im Immobilienmarkt fordern kann, gleichzeitig aber auf höchste Pensionskassenrenditen wettet. Wo sind denn grosse Teile unserer Pensionsgelder investiert, wenn nicht im Wohnungsmarkt?

Fazit: Subventionen und Verhinderungspolitik schaffen keine einzige Wohnung – im Gegenteil. Wenn jeder für jeden sorgt, sorgt sich zuletzt niemand mehr.
 

PS: An rein privat finanzierten Wohnbaugenossenschaften ist in keiner Weise etwas auszusetzen – im Gegenteil. Diese sind aber nicht auf die Politik angewiesen.

Hier geht's zum "Positionspapier_Wohnungsmarkt_Kreise_7_und_8" (PDF)

Kommentare
Dieser Blog-Eintrag wurde noch nicht kommentiert.
 Security code