Marc Bourgeois
Marc Bourgeois
Windelnwechsler, Lehrlingströster, Milizpolitiker.
Ein Mensch wie Sie und Du.

Verkehrspolitik: Vollgas ins Mittelalter

Veröffentlicht am 18.03.2011 von endurit gmbh | 0 Kommentar(e)

Zürich, Kreise 7 und 8 im Jahr 2020: Der öffentliche Verkehr wurde ausgedünnt, um mehr Mittel in die boomenden Quartiere zu investieren. Es fahren nur noch zwei Tramlinien zum Klusplatz, die Aufhebung der Buslinie 31 steht kurz bevor. Und Witikon wartet weiter auf eine Bus-Direktverbindung ins Stadtzentrum. In den traditionell links wählenden Stadtquartieren dagegen wurden gleichzeitig 700 Mio. für den ÖV verbaut.

Noch drastischer die Einschränkungen für den Privatverkehr: Zwischen 2010 und 2020 wurden fast sämtliche Haltestellen des ÖV auf den Einfallsachsen (Forch, Witikon, Fluntern) zu sogenannten Kaphaltestellen mit Rotlicht umgestaltet. Wer einmal hinter Tram und Bus ist, bleibt dies auf der ganzen Strecke. Drehkreuze wie die Kirche Fluntern sind nur noch einspurig befahrbar, vielgenutzte innerstädtische Verbindungsstrassen wie die Hegibachstrasse wurden zur 30er-Zone umfunktioniert. Stau allerorts. In die Innenstadt gelangt man kaum mehr: Parkplätze wurden vom Gewerbe getrennt und in Parkhäusern zentralisiert, und aufgrund der Städteinitiative von UmverkehR, die im Herbst 2011 zur Abstimmung kam, musste der motorisierte Verkehr um einen Drittel reduziert werden.

Kurz: Die Partikularinteressen haben sich durchgesetzt. Jeder wollte zwar in der Stadt wohnen, hat aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass vor „seiner“ Haustüre kein Verkehr mehr rollt. Zürich ist so für die Bewohner der Kreise 7 und 8 in die Ferne gerückt. Wer kann, meidet die Stadt. Eingekauft wird hauptsächlich im Glatttal – natürlich mit dem Auto. Dorthin ist auch das Gewerbe abgewandert, zusammen mit den Verwaltungskomplexen der Grossbanken und anderen Steuerzahlern.

Schwarzmalerei? Nein, aktueller Planungsstand unserer rot-grünen Stadtregierung, zu entnehmen u.a. den Objektblättern „Aufwertung Quartierzentren“, dem VBZ Liniennetzkonzept 2025 sowie bereits konkreten Bauprojekten und Vorstössen.

Nun ist es ein jahrtausendealtes Axiom, dass Wohlstand dort entsteht, wo Verkehrsströme fliessen. New York und L.A. stehen nicht in den Weiten Nebraskas, Istanbul nicht in Ostanatolien, und Zürich nicht zufälligerweise am Ende des Sees, wo man Brücken bauen konnte. Wird dieser Verkehr behindert, so weicht er aus – und mit ihm der Wohlstand.

Die rot-grüne Stadtregierung aber denkt mit ihrer Verkehrsverhinderung nicht über den Teller- bzw. Stadtrand hinaus. Zürich soll zum Museum werden, der Verkehr muss weg, am liebsten sähe man Schlagbäume an der Stadtgrenze. Damit wird zwar linken Ideologien, aber sicher nicht der Umwelt ein Gefallen getan. Denn der Verkehr ist nicht weg – er ist anderswo. Und mit ihm die Wirtschaftsleistung.

Wenn Ihnen Zürich – als Stadt, in der es nun mal nicht so beschaulich zu und her geht wie in Nussbaumen – auch so lieb ist wie mir, legen Sie am 3. April die FDP-Liste 3 ein. Und verhindern so den Verkehrskollaps in den Kreisen 7 und 8.Marc Bourgeois
Kantonsratskandidat FDP Zürich 7+8
 

Kommentare
Dieser Blog-Eintrag wurde noch nicht kommentiert.
 Security code